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"Chernobyl" / Foto © Sky UK, HBO

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Startet bei Sky

Chernobyl • Nuklearkatastrophe als Eventserie

  • Artikel vom 08. April 2019

"Chernobyl" versetzte die Menschen in den Achtzigern weltweit in Angst und Schrecken. Die Miniserie lässt diese Zeit wieder lebendig werden.

∙ Trailer
∙ Die Schauspieler & ihre Rollen
∙ Was passiert in Staffel 1?
∙ Neues zu Staffel 2
∙ Streaming & TV: Wann und wo kann man die Serie sehen?
∙ Hintergrund: Die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl
∙ Die Macher

Es geht um:

... das Reaktorunglück im sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl, das am 26. April 1986 die Welt veränderte. Einsatzkräfte, Wissenschaftler und Verantwortliche versuchen, die Schäden in Grenzen zu halten und die Ursachen zu ermitteln – ohne zunächst wirklich zu erfassen, welche verheerenden Auswirkungen die Katastrophe auf Mensch und Natur hat.

Sollte man sehen weil:

... "Chernobyl" zwar alle wichtigen Fakten zu Ablauf und Außmaß der Katastrophe liefert, darüber hinaus mit persönlichen Dramen und politischen Verstrickungen die historischen Ereignisse greifbar und beängstigend anschaulich macht.

Trailer

der Trailer zu Staffel 1 – bislang nur in der Originalversion verfügbar:

"Chernobyl": Die Schauspieler und ihre Rollen

Jared Harris spielt Valery Legasov

Valery Legasov ist einer der führenden Atomphysiker der Sowjetunion. Im Auftrag des Kremls wird er mit der Untersuchung des Reaktorunglücks beauftragt – und erkennt als einer der ersten, welche Folgen das Unglück haben wird .


Foto © Sky UK, HBO

Jared Harris wurde die Schauspielerei in die Wiege gelegt – er ist der Sohn des irischen Darstellers Richard Harris (bekannt als Dumbledore in den ersten beiden "Harry Potter"-Filmen). In Sachen Serie sah man den gebürtigen Londoner als Lane Pryce in der preisgekrönten Werberserie "Mad Men", als König George VI. in Netflix' "The Crown" und als David Robert Jones in der Mystery-Serie "Fringe – Grenzfälle des FBI". Highlights seiner Kinokarriere sind seine Rolle als Professor James Moriarty in "Sherlock Holmes: Spiel im Schatten" mit Robert Downey Jr. Und Jude Law sowie die des Captain Mike in "Der seltsame Fall des Benjamin Button" an der Seite von Brad Pitt und Cate Blanchett.

Emily Watson spielt Ulana Khomyuk

Ulana Khomyuk ist eine sowjetische Nuklearwissenschaftlerin, die sich ebenfalls den Ermittlungen des Vorfalls widmet. Ihre Untersuchungen bringen Geheimnisse ans Tageslicht, die einige Verantwortlichen lieber unter den Teppich kehren wollen. Unbeirrt setzt sie ihre Forschungen fort, um zu verhindern, dass sich eine Katastrophe wie Tschernobyl jemals wiederholt.


Foto © Sky UK, HBO

Emily Watson erhielt mit ihrem Filmdebut 1997 als Bess McNeill in Lars von Triers "Breaking the Waves" eine Oscarnominierung als Beste Hauptdarstellerin, eine weitere gab#s zwei Jahre später für ihre Rolle der Jacqueline du Pré in "Hilary & Jackie". Bekannt ist die gebürtige Londonerin außerdem als Fürstin Lydia Iwanowna in "Anna Karenina" mit Keira Knightley und Jude Law und als Stabschefin Fox in der Agentenkomödie "Kingsman: The Golden Circle" an der Seite von Colin Firth, Julianne Moore und Jeff Bridges.

Stellan Skarsgard spielt Boris Shcherbin

Boris Shcherbin ist der stellvertretende sowjetische Premierminister zur Zeit des Unglücks, dem vom Kreml nur ein paar Stunden nach dem Vorfall im Atomkraftwerk die Leitung der Regierungskommission für Tschernobyl übertragen wird.


Foto © Sky UK, HBO

Stellan Skarsgard ist seit Ende der 60er-Jahre auf Bildschirm und Leinwand zu sehen und wirkte seitdem in rund einhundert Produktionen mit. Der gebürtige Göteborger spielte bereits unzählige tragende Rollen, so etwa als Fregattenkapitän Viktor Tupolew an der Seite von Sean Connery in "Jagd auf Roter Oktober", als Prof. Gerald Lambeau im Oscar prämierten Drama "Good Will Hunting" mit Matt Damon und Robin Williams, als Orlando Blooms Filmvater William "Stiefelriemen Bill" Turner in der "Fluch der Karibik"-Reihe oder als Bill Anderson im Filmmusicalhit "Mamma Mia!".

Weitere Rollen

Paul Ritter spielt Anatoly Dyatlov, den stellvertretenden Chefingenieur von Tschernobyl. Ritter begann seine Karriere am Theater, bevor er Kinorollen wie die des Zauberschülers Eldred Worple in "Harry Potter und der Halbblutprinz" und die des Guy Haines in "James Bond 007: Ein Quantum Trost" ergatterte. In den letzten Jahren ist der englische Schauspieler vermehrt in Serienrollen zu sehen, darunter in Produktionen wie "The Last Kingdom", als Randolph Miller in der Krimireihe "No Offence" und als Bobby Waterhouse in der Miniserie "The Game".

Jessica Buckley spielt Lyudmilla Ignatenko, eine Einwohnerin von Prypjat, die mit einem Feuerwehrmann des ersten Einsatzteams vor Ort verheiratet ist. Buckley ist hierzulande vor allem durch ihre Rolle als Emily Strong in den Rosamunde-Pilcher-Filmen "Vier Frauen" bekannt, internationale Anerkennung erhielt sie für ihre Rolle als Lorna Bow in der BBC-Serie "Taboo" an der Seite von Tom Hardy und als Marja Bolkonski in der historischen Miniserie "Krieg und Frieden".


Foto © Sky UK, HBO

Adrian Rawlins spielt Nikolai Fomin, den Chefingenieur von Tschernobyl. Rawlins wurde vor allem als Harry Potters Vater James in der Fantasy-Kinofilm-Reihe bekannt. Auch im Fernsehen ist der englische Schauspieler international zu sehen und verkörperte Rollen wie die des George Mooney in der Serie "Hard Sun" und die des Dave in der US-Sitcom "Girlfriends".

Con O'Neill spielt Viktor Bryukhanov, den Betriebsdirektor des Atomkraftwerks. O’Neill ist nicht nur Schauspieler, sondern auch Sänger – für seine Darstellung im Musicalfilm "Blood Brothers" wurde er Anfang der 90er für einen Tony Award nominiert. Seitdem ist der Engländer aus dem County Somerset hauptsächlich in heimischen Produktionen zu sehen, darunter Serien wie "Happy Valley – In einer kleinen Stadt" und "Ordinary Lies".

Adam Nagaitis spielt Vasily Ignatenko. Nagaitis startete seine Karriere beim Radio und feierte sein TV-Debüt mit der Serie "Happy Valley". Die bekannteste Rolle des englischen Schauspielers ist die des Cornelius Hickey in der US-Serie "The Terror" an der Seite von "Chernobyl"-Co-Star Jared Harris.

Was passiert in "Chernobyl" – Staffel 1?

Am 26. April 1986 nimmt ein Unglück von internationaler Tragweite seinen Lauf, als es im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl der Reaktor des Blocks 4 explodiert. Ersthelfer und Einsatzkräfte, darunter der Feuerwehrmann Vasily Ignatenko aus der vier Kilometer entfernten Stadt Pripyat, treffenschnell ein. Die sowjetische Regierung bildet nur Stunden nach dem Vorfall eine Kommission, um die Schäden einzudämmen und den Ursachen auf die Spur zu kommen. Wie gefährlich der Einsatz ist und welche Folgen die Katastrophe nach sich ziehen wird, ahnen zu der Zeit noch nicht viele. Die Nuklearwissenschaftler Valery Legasov und Ulana Khomyuk allerdings schon. Beide kämpfen gegen die Zeit und mächtige Gegner.

Neues zu "Chernobyl" – Staffel 2

Da es sich um eine chronologische Erzählung der wahren Begebenheiten der Tschernobyl-Katastrophe handelt, scheint es nicht sehr wahrscheinlich, dass es eine weitere Staffel geben wird. Und ob sich die Macher schließlich doch für einen Weiterdreh von "Chernobyl" entscheiden, hängt zum großen Teil auch von den Quoten der fünf abgedrehten Folgen ab. Wir melden es hier, wenn es offizielle Neuigkeiten gibt.

Streaming & TV: Wann und wo kann man die Serie sehen?

"Chernobyl" wurde von Mitte April bis Mitte August 2018 in Vilnius, Litauen, gedreht. In den USA und dem Vereinigten Königreich startet "Chernobyl" auf HBO und Sky bereits am 7. Mai 2019.

Ab dem 14. Mai 2019 sind die fünf Episoden à ca. 60 Min – auf Deutsch oder in der Originalfassung – dann auch hierzulande immer dienstags um 20.15 Uhr auf dem Pay-TV-Sender Sky Atlantic HD zu sehen. Zusätzlich ist die Eventserie über Sky Go, Sky Q on Demand und Sky Ticket abrufbar.

Hintergrund: Die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl

Die Weichen der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl wurden bereits am 25. April 1986 gestellt, als Sicherheits- und Notkühlsysteme im Block 4 des Atomkraftwerks im Zuge einer Simulationsübung abgeschaltet wurden. Nach einem bis heute unerklärlichen Leistungsabfall des Reaktors kurz nach Mitternacht wurde dieser nicht abgeschaltet, das Experiment startete trotzdem. Dies hatte zur Folge, dass die Reakterleistung unwöhnlich schnell anstieg, der Versuch einer Notabschaltung scheiterte.

Stattdessen kam es durch einen Konstruktionsfehler kurz danach zu zwei Explosionen, die das Austreten des radioaktiven Materials bedingten. Während in den frühen Morgenstunden des 26. Aprils die Brände rund um die Unglücksstelle gelöscht werden konnten, loderten die Flammen im inneren des Reaktors weiter. Einsatzkräfte versuchten mit insgesamt 5000 Tonnen Material – darunter Sand, Lehm und Blei – das Feuer unter Kontrolle zu bringen, doch durch die Schichten wurde die radioaktive Freisetzung noch beschleunigt. Erst nach zehn Tagen konnte unter Einsatz von Stickstoff der Reaktorbrand gelöscht werden.


Tschernobyl 1986: Ein Hubschrauber versprüht Dekontaminationsflüssigkeit / Foto © Wiki Commons, IAEA Imagebank

Obwohl bereits kurz nach der Nuklearkatastrophe der Strahlenwert in der nur knapp vier Kilometer entfernten Stadt Prypjat um das 600.000-fache des Normwert erreichte, wurden Einsatzkräfte und Anwohner verheerenden Risiken ausgesetzt. So trugen sogenannte Liquidatoren, die noch während des Brands auf die Dächer der Reaktorblöcke geschickt wurden, gerade einmal einen Bleischutz, bevor der Ort Prypjat und die Nähere Umgebung der Ungücksstelle evakuiert wurde, vergingen weitere anderthalb Tage.


Gedenkgarten der Opfer des Tschernobyl-Kraftwerksunfalls / Foto © Wiki Commons, Szabó Csaba

Eine Sperrzone mit einem Radius von 30 Kilometern wurde eingerichet, fünf Jahre später wurde der Kreis nachträglich noch erhöht. Gesicherte Daten über die ungefähre Anzahl der Toten gibt es nicht, doch es ist klar, dass auch heute noch viele Menschen in Weißrussland und der Ukraine mit den Folgen der radioaktiven Verseuchung zu kämpfen haben. Sogar in Bayern sind noch Spuren in Flora und Faune zu beklagen. Bis heute konnte die größte nukleare Katastrophe der Geschichte nicht ausreichend geklärt werden.


Tschernobyl-Sperrzone im Januar 2015: Nur vier Tage nach dem Unglück sollte ein Freizeitpark eröffnet werden. Die Fahrgeschäfte in der Geisterstadt Pripyat stehen teilweise immer noch. / Foto Foto © Wiki Commons, Alexander Blecher

Die Macher

"Chernobyl" ist die erste Produktion, die der britische Sender Sky und der US-amerikanische Kanal HBO gemeinsam verwirklichten, ausführende Produktionsfirmen sind The Mighty Mint und Sister Pictures. Sie ist der Start für weitere Kooperationen, die durch einen 250-US-Dollar-Deal im Frühjahr 2017 gesichert wurden.

Regie führt der Schwede Johan Renck, der nicht nur für seine David-Bowie-Videos bekannt ist, sondern auch für Episoden von Erfolgsformaten wie "The Last Panthers", "Breaking Bad" und "The Walking Dead" verantwortlich war. Craig Mazin ("Hangover"- und "Scary Movie"-Reihe) zeichnet für die Drehbücher verantwortlich und fungiert an der Seite von Jane Featherstone ("Broadchurch"), Carolyn Strauss ("Game of Thrones: Das Lied von Eis und Feuer") und Gabriel Silver ("Inspector Banks") als ausführender Produzent.

Autor: Claudia Donald

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