Krimi-Spezial
Tatort Koeln Freddy tanzt
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Freddy Schenk (Dietmar Bär) auf ungewohntem Terrain. Foto: © WDR/Colonia Media GmbH/
Martin Valentin Menke

Tödliche Ignoranz

"Tatort: Freddy tanzt"

  • Artikel vom 31. Januar 2015

Es dauert bis zur 77. Minute, aber dann tanzt Hauptkommissar Freddy Schenk (Dietmar Bär) tatsächlich. Wenn auch nicht vor Freude. Immerhin ist er diesmal an der Reihe, die dienstliche Distanz zu einem weiblichen Wesen zu verlieren, das Gegenstand der Ermittlungen ist – sonst bekanntlich eine Spezialität seines Kollegen Ballauf (So., 1.2., 20.15 Uhr, Das Erste, s. auch TV-Tipps rechts).

Was passiert?

Daniel Gerber (Matthias Reichwald) ist ein talentierter Musiker, doch er stürzt ab und landet auf der Straße. In der Hoffnung auf einen Job spielt er in einer Hotelbar vor – und gerät dabei in einen Streit mit drei Bankern. Elf Tage später wird seine Leiche weit entfernt am Rheinufer gefunden. Gerber ist innerlich verblutet, doch in seinem Gesicht finden sich auch Spuren von Pfefferspray. Ballauf und Schenk ermitteln, dass Gerber vor seinem Tod noch schwer verletzt Hilfe in einem Mehrfamilienhaus in der Nähe der Bar suchte. Jemand hat ihn sogar ins Treppenhaus gelassen, wie Blutspuren beweisen. Doch genützt hat ihm das nichts, denn jeder der mehr oder weniger seltsamen Mieter in diesem "ehrenwerten Haus" hatte seine Gründe, ihm nicht zu helfen.

Was ist das Besondere?

Das Mordopfer könnte noch leben: "Es hätte nur einen einzigen Menschen gebraucht, der bereit gewesen wäre zu helfen", stellt Kommissar Max Ballauf frustriert fest. Doch auch er ist nicht gerade ein Vorbild für gelebtes Miteinander: Die Mutter des Opfers scheint ihm völlig unbekannt – obwohl sie seit 17 Jahren seine Nachbarin ist. Zum Glück bekommt das Drehbuch gerade noch die Kurve, bevor es sich allzu sehr in seiner gesellschaftskritischen Botschaft verliert.

Wer ist dabei?

Man versteht gut, dass Freddy Schenk im Lauf der Ermittlungen schwer angetan ist von der attraktiven Kunstprofessorin Claudia Denk: Die Schweizerin Ursina Lardi, zuletzt in "Die Akte Grüninger" im TV zu sehen, erzeugt in ihrer fünften "Tatort"-Rolle genug geheimnisvolle Aura, um über die wenig inspirierten Ermittlungen hinwegzutrösten. "Tatort"-Premiere feiert das WDR-Funkhausorchester. Kleiner Wermutstropfen für Fans: Nicht dabei ist diesmal der Imbisswagen am Rheinufer.

Tatort Koeln Freddy tanzt Kritik

Autor: Thomas Röbke

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