Gesunde Ernährung
Erdbeeren sind gesund / Foto © iStock, Anna_Shepulova

Erdbeeren schmecken frisch am besten. / Foto © iStock, Anna_Shepulova

Mit feinen Rezepten

Erdbeeren • schlank, lecker und gesund

  • Artikel vom 19. Mai 2017

Erdbeeren sind nicht nur ein köstliches Obst. Sie enthalten auch wertvolle Pflanzenstoffe – und wenige Kalorien. Wie man sie genießt, pflanzt und zubereitet.

Erdbeeren sind die vielleicht beliebteste Obstsorte, rund sieben Pfund verzehrt jeder Deutsche pro Jahr. Ihr Aroma und besteht aus einer Kombination vieler natürlicher Geschmacks- und intensiver Duftstoffen. Deshalb lautet auch die botanische Bezeichnung für Erdbeere Fragaria, was "Duft" bedeutet.

Doch eigentlich sind die feinen Früchtchen gar keine Beeren. Sie gehören zur Familie der Rosengewächse und dabei zu den so genannten Sammelnussfrüchten. Ihr eigentlichen Früchte sind nämlich die klitzekleinen hellen Nüsschen. Die rote Beere selbst nennt man Scheinfrucht oder Fruchtboden.

Was Erdbeeren und Ananas gemeinsam haben

Die kleinen, wilden Erdbeeren, also Walderdbeeren, haben bereits die Menschen der Jungsteinzeit gesammelt. In der Antike bildeten Erdbeeren den krönenden Abschluss eines pompösen Gelages, aber erst ab dem 14. Jahrhundert wurden Erdbeeren in Mitteleuropa angebaut.

Die großfruchtigen Gartenerdbeeren, wie wir sie heute kennen, entstanden übrigens durch eine eher zufällige Kreuzung von europäischen mit südamerikanischen Erdbeeren. Wegen ihres Dufts wurden sie früher Ananas-Erdbeere (Fragaria ananassa) genannt. Tatsächlichkonnten Wissenschaftler jetzt nachweisen, dass Ananas und Erdbeeren teilweise identische Duftstoffe enthalten.

Erdbeeren – Inhaltsstoffe und Kalorien

Doch Erdbeeren duften nicht nur gut und schmecken vorzüglich. Die süßen Früchte bieten wertvolle Vitalstoffe, dabei aber nur gut 32 Kalorien pro 100 Gramm. Deswegen und weil sie einen hohen Anteil an Ballaststoffen liefern, passen sie gut ins Ernährungsprogramm, wenn man Gewicht reduzieren will.. Und bereits mit 200 Gramm Erdbeeren decken Sie Ihren Tagesbedarf an Vitamin C.

Daneben stecken in Erdbeeren auch:

• Folsäure (Vitamin B 9, wichtig für alle, die schwanger werden möchten)
• Eisen (wichtig für die Blutbildung)
• Kalium (unterstützt Funktion von Herz, Muskeln und Nerven)
• Kalzium (für Knochen und Zähne)
• Kupfer (stärkt das Immunsystem)
• Zink (aktiviert Abwehrkräfte, unterstützt die Fruchtbarkeit)
• Asparaginsäure (und zwar doppelt so viel wie Spargel, hilft beim Entwässern)
• Salicylsäure (die natürliche Vorstufe der Acetylsalicylsäure, einem bekannten Wirkstoff gegen Schmerzen)
• verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe, wie Phenole (Anthocyane, verantwortlich für die rote Farbe) und Tannine

Erdbeeren gegen Schmerzen und mehr

In der Naturheilkunde gelten Erdbeeren wegen ihres hohen Gehalts an Salicylsäure als hilfreich gegen Krankheiten, die mit Schmerzen einhergehen, wie Rheuma und Gicht. Und wer Kopfschmerzen hat, sollte es durchaus erst mal mit einem Schälchen Erdbeeren versuchen.

Darüber hinaus gibt es jedoch Hinweise darauf, dass die natürlichen Farbstoffe der Erdbeere eventuell auch Krebszellen bekämpfen können. Italienische Wissenschaftler haben Zellen von Brustkrebs mit Erdbeerextrakt behandelt und diese Wirkung nachgewiesen. Bis ihre Entdeckung jedoch Teil einer möglichen neuen Therapie bei Brustkrebs sein könnte, sind jedoch noch viele weitere Studien nötig.

Bio-Erdbeeren sind besonders gesund

Dabei macht es einen großen Unterschied, wie die Erdbeeren gezogen sind. Viel Aroma und gesunde Inhaltsstoffe enthalten Früchte, die aus Freilandanbau kommen. Weniger davon liefern Erdbeeren, die unter Folien gezogen wurden. Sie kommen besonders früh auf den Markt, oft noch vor dem Mai, wenn die normale Erdbeersaison beginnt, die etwa bis Juli dauert.

Besonders wertvoll sind Erdbeeren aus ökologischem Anbau, wie das Bundeszentrum für Ernährung (BzfE, Kompetenz- und Kommunikationszentrum für Ernährungsfragen in Deutschland) mitteilt. Bio-Erdbeeren weisen rund 20 Prozent mehr gesunde Phenole und Vitamin C auf als Ware aus konventionellem Anbau.

Erdbeeren selbst pflanzen und pflücken

Erdbeeren sollte man am besten ab Mitte Juli pflanzen, dann kann man schon im nächsten Jahr Früchte ernten. Zum Einpflanzen Setzlinge aus dem Handel verwenden oder Ableger aus diesjährigen Pflanzen. Erdbeeren lieben lockeren, humusreichen Boden und einen sonnigen Platz.

Nach dem Setzen sollten Sie gut wässern, danach zwar häufig, aber immer nur wenig, damit es zu keiner Staunässe kommt. Erdbeeren sind hier sehr empfindlich und reagieren rasch mit Pilz und Wurzelfäule. Betten Sie die Erdbeerpflanzen in etwas Stroh, das schützt die Früchte vor Nässe, verhindert Unkraut und hält Schnecken fern.


Foto © iStock, Savushkin

Erdbeeren gedeihen nicht nur auf Feld und im Garten, sondern auch in Töpfen und als Klettererdbeere, sind also ideal für Balkon und Terrasse. Beliebte Sorten sind Donna, Lambada, Senga Sengana, Korona, Polka, Elsanta, Pandora und Symphony.

Die beste Zeit, um Erdbeeren zu pflücken ist übrigens am Morgen. Später am Tag werden die Früchte nur druckempfindlicher und auch der Transport wird bei steigenden Temperaturen zum Problem, weil reife Erdbeeren – und nur dann schmecken sie auch gut – rasch verderben.

Erdbeeren lagern und verwenden – rote und weiße

Die Reife von Erdbeeren erkennen Sie am besten daran, dass die Früchte intensiv rot sind. Erdbeeren mit weißem Rand sind noch nicht ganz reif und schmecken etwas säuerlich.

Eine Ausnahme sind die relativ seltenen Ananas-Erdbeeren mit weißem Fruchtfleisch und roten Nüsschen. Die Früchte dieser Rückzüchtung sind deutlich kleiner, schmecken jedoch besonders süß mit ausgeprägtem Ananasaroma. Die jetzt immer beliebteren weißen Ananas-Erdbeeren haben jedoch mit der ursprünglichen, ebenfalls als "Ananas-Erdbeere" bezeichneten Mutter der Gartenerdbeeren wenig zu tun, die groß und rot war.


Foto © iStock, barmalini

Erdbeeren am besten als Püree einfrieren

Erdbeeren sollten am besten noch am gleichen Tag verzehrt werden. Legen Sie die Früchte zum Waschen vorsichtig in ein Sieb und lassen Sie langsam Wasser darüber laufen. Danach die Blätter abzupfen und die Früchte rasch verarbeiten und sofort essen.

Erdbeeren lassen sich zwar einfrieren. Doch auch wenn sie einzeln auf einem Blech vorgefroren und dann erst in Behälter gefüllt werden, sind sie nach dem Auftauen etwas matschig. Besser: Die Früchte im Mixer kurz pürieren, in Eiswürfelformen füllen und einfrieren. Die Erdbeerwürfel kühlen Eistee, Sekt und Weißwein nicht nur gut, sondern verleihen den Getränken ein ganz besonderes Aroma. In der Mikrowelle erhitzt sind sie ein tolles Topping für Eis, Pudding und Cremes.

Die besten Rezepte mit Erdbeeren – Dessert und mehr

Erdbeeren werden vor allem für Kuchen und Süßspeisen wie Desserts verwendet. Allerdings finden sie auch immer häufiger Beachtung als Zutat für pikante Gerichte, etwa als

Erdbeer-Chutney

500 gr Erdbeeren
1 kleines Stück Chili
2 Schalotten
50 gr Zucker
100 ml Obstessig (Feige, Himbeere)
100 ml Wasser
Salz

Schalotten schälen, würfeln, Chili in feine Streifen schneiden. Essig, Wasser, Zucker verrühren und zum Kochen bringen. Zwiebeln und Chili dazugeben, köcheln lassen und mit einer Prise Salz abschmecken. Die Erdbeeren klein schneiden und unterrühren, das Ganze etwas eindampfen lassen, danach noch heiß in Gläser abfüllen.

Erdbeer-Chutney passt zu Fleisch und Fisch. Das starke Erdbeeraroma ist ein idealer Gegenpart zu Schärfe.

Pasta mit Erdbeeren

250 gr Spaghetti
eine Handvoll Basilikumblätter
1 Knoblauchzehe
Olivenöl
200 gr Creme fraiche
250 gr Erdbeeren
Salz, roter Pfeffer

Spaghetti kochen, währenddessen Öl erhitzen und den klein geschnittenen Knoblauch darin kurz anbraten, Creme fraiche sowie den Großteil des Basilikums unterrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken, über die Nudeln geben und umrühren. Die Erdbeeren in Scheibchen schneiden, vorsichtig unterheben und mit den restlichen Basilikumblättern garnieren.

Spargel-Salat mit Erdbeeren

500 gr weißer oder grüner Spargel
250 gr Erdbeeren
Obstessig, Olivenöl
Prise Zucker
Salz
Pinienkerne

Den Spargel in Salzwasser garen, abtropfen lassen und mit der Vinaigrette aus Essig, Öl und Zucker etwas marinieren lassen. Erdbeeren in Scheibchen schneiden und mit den Pinienkernen darüber verteilen.


Spargel und Erdbeeren ergänzen sich gut und enthalten jede Menge Asparaginsäure, entwässern also hervorragend. / Foto © iStock/AlexRaths

Schnelles Erdbeer-Dessert - Erdbeertrifle

Unter den Desserts ist Erdbeeren mit Schlagsahne ein Klassiker. Dazu Erdbeeren in Stückchen schneiden, mit etwas Puderzucker bestäuben, Schlagsahne steif schlafen und dazu servieren. Fast ebenso schnell zubereitet und ebenso lecker ist Erdbeer-Trifle:

500 gr Erdbeeren
Erdbeerlimes
6 Löffelbisquits
500 gr Vanillepudding (Fertigprodukt oder selbst angerührt)

Löffelbisquit in einer Schale etwas zerstoßen und mit Erdbeerlimes tränken. In hohe Gläser abwechselnd Löffelbisquitmasse, Pudding und Erdbeerstückchen füllen, nach Bedarf etwas kühlen und dann genießen. Statt Pudding können Sie auch etwas Joghurtcreme nehmen, dazu Rahm aufschlagen, Joghurt unterrühren und mit Puderzucker süßen.


Foto © iStock/TasiPas

Erdbeerkuchen

Teig:
100 gr Butter
300 gr Mehl
6 Eier
200 gr Zucker

Creme:
200 gr Sahne (1 Becher)
600 gr Schmand
4 Esslöffel Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker
Belag:
etwa 1 kg Erdbeeren

Eier trennen, Eiweiß steif schlagen. In einer anderen Schüssel die restlichen Teigzutaten mit dem Eigelb sorgfältig verrühren, dann den Eischnee unterheben und den Teig auf ein gefettetes Backblech geben. Im Ofen bei 160 Grad etwa 20 Minuten backen, auskühlen lassen.

Schmand mit Zucker gut verrühren, Sahne steif schlagen, unterheben und auf dem Kuchenboden verstreichen. Die Erdbeeren darauf verteilen, kurz kühlen und servieren.

Quellen: Bundeszentrum für Ernährung, Nährwertrechner

Autor: Monika Preuk