Städtereisen
One World Trade Center

Neues Wahrzeichen: der Glasturm des One World Trade Center.
Foto: © alliance / AP Photo

Grüne Metropole

Das neue Gesicht von New York

  • Artikel vom 07. November 2014

New York hat sich rasant verändert: Der neue Wolkenkratzer One World Trade Center beherrscht nun Manhattans Skyline. Die ganze City ist auf dem Weg zur grünen Metropole.

Gewaltige 541 Meter schraubt es sich in den Himmel und überragt alle anderen Gebäude der Stadt: Das schnörkellose One World Trade Center ist das neue Wahrzeichen von New York – und nun der markanteste Punkt in der berühmten Skyline Manhattans. Aber es ist nur eine Neuheit von vielen, denn die Metropole hat sich rasant gewandelt: Großes Umweltbewusstsein ist aufgeblüht, die Stadtplaner setzen auf Parks und idyllische Oasen. Wie sehr das die City verändert, zeigt nun auch die Doku "New York: Die grüne Revolution".


TV-Tipp

So., 9.11.: "Naturopolis - New York: Die grüne Revolution" - Doku über umweltfreundliche Stadtplanung. Servus TV, 21.10 Uhr (s. auch TV-Tipps rechts)


Tatsächlich hat der Bürgermeister und milliardenschwere Unternehmer Michael Bloomberg während seiner Amtszeit von 2002 bis 2013 der "Hauptstadt der Welt" eine Radikalkur verpasst. Die war bitter nötig, schließlich galt New York jahrelang als heruntergekommener, dreckiger und vor allem gefährlicher Moloch. Zugleich musste die Stadt mehrere Katastrophen überstehen: Die Terroranschläge vom 11. September 2001 rissen fast 3000 Menschen in den Tod, 2008 erschütterte die Finanzkrise die Wall Street und vernichtete Milliarden, 2012 verwüstete Hurrikan "Sandy" ganze Straßenzüge und legte das öffentliche Leben lahm. Zeit für einen Neuanfang.

Die buchstäblich größte Veränderung markiert das gläserne One World Trade Center, das fast fertig ist und die klaffende Lücke schließt, die die eingestürzten Zwillingstürme hinterlassen haben. Im kommenden Frühjahr soll die Aussichtsplattform in den Stockwerken 100 und 101 eröffnet werden – mit einem spektakulären Blick auf die Freiheitsstatue und die Hochhausschluchten.

Orte des Gedenkens

Am Fuß des neuen Wahrzeichens rauschen Wasserwände neun Meter in die Tiefe und ergießen sich in zwei riesige Becken. Hier lagen einst die Fundamente der zerstörten Türme. 2983 Namen sind in Bronzetafeln am Beckenrand eingraviert – Erinnerung an die Opfer der Anschläge von 2001 und 1993. Auf einigen Namensschildern liegt eine weiße Rose – Symbol dafür, dass der Verstorbene Geburtstag hat. Eine schlichte Gedenkstätte an einem beklemmenden Ort. Noch stimmungsvoller wirkt das 9/11 Memorial in den Abendstunden, wenn Strahler die Wasserbecken aufleuchten lassen.

Unter diesen erinnert das erst vor wenigen Monaten eröffnete 9/11 Museum an die Terrorattacken. Ein halb zerstörter Feuerwehrwagen, grotesk verbogene Stahlträger, zerfetzte Kleidungsstücke – in der Ausstellung ist das Grauen spürbar, greifbar, frei von übertriebenem Kitsch oder Pathos.

Die Baukräne surren aber nicht nur am Ground Zero. Nach einer Phase des Stillstands ist die Stadt wieder im Höhenrausch: Ein Wolkenkratzer nach dem anderen wächst in den Himmel. Etwa der Beekman Tower in Lower Manhatten, ein 76-stöckiges Apartmenthaus mit gewagter Wellenfassade. Oder in Midtown Manhattan das One57, mit 306 Metern das höchste Wohngebäude der Stadt – zumindest solange der riesigere Wohnturm 432 Park Avenue noch im Bau ist. Schöner allerdings sind die neuen Parks, Fußgängerzonen und Radwege. New York kommt auf den grünen Zweig, auch abseits des Central Parks. Selbst dem Times Square, dem Ort der grell leuchtenden Werbetafeln und hupenden Taxis, wurde eine autofreie Zone verordnet. Rund 600 Kilometer Radwege hat die Stadt in den letzten Jahren angelegt, mittlerweile gibt es sogar ein Fahrradverleihsystem.

Sonnenuntergang in Brooklyn

Die ungewöhnlichste Grünanlage ist aus einer vergammelten Hochbahntrasse entstanden: der High Line Park. Wo einst Züge entlangratterten, spazieren nun Fußgänger in neun Metern Höhe durch den Stadtteil Chelsea, vorbei an Blumenbeeten, Bänken, Springbrunnen und Gräsern, die aus den Gleisbetten sprießen. Erst im September wurde der dritte und letzte Teil des Parks eröffnet, 2,5 Kilometer ist er jetzt lang.

Auch abseits der Insel Manhattan ist New York grüner geworden. Am East River in Brooklyn haben halb verfallene Fabrikhallen Platz gemacht für Promenaden, Liegewiesen und Spielplätze. Vom Brooklyn Bridge Park aus sehen abends Dutzende New Yorker und Touristen zu, wie die Sonne über Manhattan untergeht und nach und nach das nächtliche Lichtermeer aufleuchtet. Längst hat sich Brooklyn Heights mit seiner Uferpromenade zu einem exklusiven Wohnviertel gemausert.

Nördlich davon liegt, etwas bescheidener, das Künstlerviertel Dumbo mit seinen Galerien und Bars. Auch den angesagten Nachbarstadtteil Williamsburg haben die Touristen bislang noch nicht vereinnahmt. Sein quirliger Flohmarkt ist ein Sinnbild für die Achteinhalb-Millionen-Metropole: Es gibt nichts, was es nicht gibt – und bei jedem Besuch sieht er ganz anders aus.


Reisetinfos für New York

Einreise

Touristen benötigen einen Reisepass. Außerdem muss schon vor dem Reiseantritt die Reisegenehmigung ESTA ausgefüllt werden: https://esta.cbp.dhs.gov

Weihnachtszeit

New York lohnt sich auch im Winter. Am 27. November zieht die bunte Thanksgiving Day Parade zum Kaufhaus Macy's. Der Weihnachtsbaum im Rockefeller Center mit seiner acht Kilometer langen Lichterkette ist legendär.

Hotel- und Ausgehtipps

Hotel- und Ausgehtipps gibt es u. a. auf www.newyork.de sowie auf www.nyc-guide.de

Autor: Manuel Opitz