Kreuzfahrt-Spezial
Regelmäßig werden Sicherheitsübungen mit der Crew durchgeführt.

Regelmäßig werden Sicherheitsübungen mit der Crew durchgeführt. Jedes Besatzungsmitglied kennt die international gültigen Sicherheitsrichtlinien. - Foto © picture alliance / Frank May

Schutz der Passagiere

Sicherheit an Bord

  • Artikel vom 11. Oktober 2012

Kein Grund zur Sorge! Die großen Ozeanriesen gelten nach Ansicht von Experten als das sicherste Verkehrsmittel überhaupt. ADAC-Fachleute attestierten kürzlich allen von ihnen untersuchten Kreuzfahrtschiffen ein "gut" oder sogar "sehr gut". Was Sie sonst noch über die Sicherheit an Bord wissen sollten erfahren Sie hier.

Frage 1: Wie kann ich erkennen, ob ich Vertrauen in ein Schiff haben kann?

Als Passagier kann man das wohl gar nicht, denn Sicherheitslücken sind für Laien schwer erkennbar. Dafür gibt es technische Sachverständige, die einmal im Jahr jedes Schiff daraufhin überprüfen, ob die globalen Standards für Sicherheit von Kreuzfahrtschiffen eingehalten wurden. Zudem werden die Ozeanriesen in jedem Hafen kritisch begutachtet – und beim geringsten Zweifel von den Behörden an der Weiterfahrt gehindert. "Kein Hotel auf der Welt wird so kontrolliert wie ein Kreuzfahrtschiff", sagt Stefan Jaeger von der European Cruiser Association e. V. (EUCRAS), dem einzigen europäischen Kreuzfahrtverband. "Und der Gefahr, nicht auslaufen zu dürfen, setzt sich keine Reederei freiwillig aus."

Frage 2: Welche Sicherheitsmaßnahmen gibt es?

In Kabinen, Gängen, Unterhaltungsräumen und Restaurants müssen Brandmelder installiert sein, die ständig von der Steuerzentrale kontrolliert werden. An Bord sind sogar Hydranten und fest eingebaute Löschanlagen. Auf jedem Schiff gibt es zudem mehr Schwimmwesten, als Passagiere erlaubt sind. Auf großen Luxuslinern werden sie oft an den Sammelstellen an Deck aufbewahrt und nicht in der Kabine, damit man im Notfall nicht erst in die Kabine laufen muss, sondern sofort zur Sammelstelle eilen kann. In jeder Kabine findet man Lagepläne des Schiffs, in denen die Fluchtwege deutlich markiert sind. Auch Rettungsboote und -inseln sind selbstverständlich vorhanden. Die "Oasis of the Seas" etwa verfügt über Rettungsschiffe, die je 372 Passagiere aufnehmen können. Binnen 24 Stunden nach dem Ablegen muss eine Notfallübung mit allen Passagieren stattfinden. Dabei werden das Anlegen der Rettungswesten und das Verhalten im Notfall geübt.

Frage 3: Wie wahrscheinlich sind Unfälle?

Angesichts der alljährlichen Millionen von Passagieren ist die Zahl der Unfälle extrem gering. "Spazierengehen dürfte rund 30-mal gefährlicher sein als eine Kreuzfahrt", sagt Stefan Jaeger. "Tatsächlich ist so ein Schiff das sicherste Reisefahrzeug der Welt."

Frage 4: Wie ist das Bordpersonal geschult?

Jedes Besatzungsmitglied kennt die international gültigen Sicherheitsrichtlinien, regelmäßig werden Sicherheitsübungen durchgeführt. Das gesamte Personal ist für den Notfall in Teams aufgeteilt, die sich jeweils um Koordination, Brandbekämpfung, Evakuierung oder Rettungsboote kümmern.

Frage 5: Worauf sollte ich selbst achten?

Noch vor der Reise die Orientierungspläne und das Sicherheitsvideo studieren. Einmal auf dem Evakuierungsdeck mit den Rettungsbooten und -inseln vorbeischauen und klären, wie man von der Kabine schnell zur Sammelstation kommt.

Autor: Silke Pfersdorf