Krimi-Spezial
Tatort Bremen Die Wiederkehr
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Ein schweres Los für Hauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel): Silke Althoff
gibt ihr die Schuld am Selbstmord ihres Mannes vor zehn Jahren.
Foto: © Radio Bremen/Jörg Landsberg

Verlorene Kindheit

"Tatort: Die Wiederkehr"

  • Artikel vom 14. März 2015

Tag für Tag werden in Deutschland 150 bis 250 Personen als vermisst gemeldet. Die meisten Fälle klären sich nach wenigen Stunden oder Tagen auf. Geschieht das nicht, bleiben die Vermissten oft für immer verschwunden. Für Angehörige ein Albtraum. Doch wie ergeht es einer Familie, wenn ein Mädchen nach zehn Jahren plötzlich wieder da ist? ("Tatort: Die Wiederkehr", So., 15.3., 20.15 Uhr, Das Erste, s. auch TV-Tipps rechts)

Was passiert?

Plötzlich steht sie vor der Haustür und behauptet Fiona zu sein – das Mädchen, das vor zehn Jahren verschwand. Sie habe sich von den Peinigern befreien können, die sie damals entführten, sagt sie. Für Mutter Silke und die Geschwister Jan und Kathrin ein emotional schwieriger Moment: Einerseits sind sie glücklich, Fiona wiederzuhaben. Andererseits spüren sie auch Zweifel. Ist sie es wirklich? Auch für die Kommissare Lürsen und Stedefreund entwickelt sich eine komplizierte Situation: Lürsen verdächtigte damals den Vater des Mädchens, seine Tochter getötet zu haben, und nahm ihn entsprechend in die Mangel. Daraufhin erhängte er sich. Nun muss sie mit der Schuld fertig werden, ihn in den Tod getrieben zu haben. Es sei denn, Fiona ist gar nicht die, für die sie sich ausgibt. Aber aus welchem Grund? Und wer ist sie dann?

Wer ist dabei?

Gro Swantje Kohlhof, die Anfang des Jahres im "Hafenpastor" als 16-jährige Mutter für Aufsehen sorgte, spielt Fiona als traumatisierte Seele, die selbst Unheil stiftet. Besonders intensiv ist das im Zusammenspiel mit ihrem brutalen Freund Klaas, der plötzlich als Schatten der Vergangenheit auftaucht – beängstigend gespielt von Tilman Strauß. Die eigentliche Hauptfigur aber ist Gabriela Maria Schmeide als Mutter, die ein dunkles Geheimnis wahrt. Bei ihr schwankt man zwischen Verständnis und Misstrauen.

Was ist das Besondere?

"Keine Stunts, keine Verfolgungsjagden, kein SEK, sondern ein Familiendrama, das allen viel Einfühlungsvermögen abverlangte", so beschreibt Sabine Postel die Arbeit an diesem "Tatort". Es geht nicht um die Suche nach einem Mörder, sondern um eine emotionale Achterbahnfahrt, von der auch die Polizistin erfasst wird. Das ist die Basis eines spannenden Krimis.

Tatort Bremen heute

Autor: Thomas Kunze

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