Steuererklärung
2010 haben viele Deutsche dank einiger Gesetztesänderungen mehr Geld übrig.

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Endlich mehr Geld!

Der große HÖRZU-Finanzplaner für 2010

  • Artikel vom 07. Dezember 2009

Ehepaare

Hier wird ein oft beklagtes Problem gelöst: Beziehen beide Partner Lohn - einer in Steuerklasse drei, der andere in fünf - , langt der Fiskus in der höheren Klasse bekanntlich stark zu. Vor allem Frauen, die weniger als der Mann verdienen, sind dadurch oft demoralisiert. Um das zu vermeiden, gibt es für Ehepaare ab dem kommenden Jahr eine weitere Steuerklasse: vier mit Faktor. So werden steuermindernde Gründe (etwa Freistellung des Existenzminimums) bereits bei der Lohnauszahlung berücksichtigt - und nicht erst nach Abgabe der Steuererklärung. So kommt das Geld früher bei den Ehepartnern an - die Pflicht, dem Fiskus ein steuerfreies Darlehen zu spendieren, entfällt also. Eingetragen wird der neue Faktor nicht wie üblich von der Gemeinde, sondern vom Finanzamt. Dazu genügt ein formloser Antrag, etwa durch Vorlage beider Steuerkarten plus Angabe der voraussichtlichen Jahresarbeitslöhne. Alternativ können Sie auch das Formular "Antrag auf Lohnsteuerermäßigung" ausfüllen und dann zusammen mit beiden Karten an Ihr Finanzamt schicken.

Erben, pflegende Angehörige

Finanzielle Vorteile bringt das neue Jahr auch Erben, die etwa ein Haus vermacht bekommen und gleichzeitig einen Pflichtteil auszahlen müssen. Damit sie ihr Erbe in einer solchen Situation nicht verkaufen müssen, um den Pflichtteil aufbringen zu können, kann er gestundet werden. Offen stand diese Möglichkeit bislang nur dem engsten Familienkreis, ab Januar dann jedem. Auch ein Neffe oder eine Lebensgefährtin kann also eine Stundung durchsetzen, etwa gegenüber pflichtteilsberechtigten Kindern. Ebenfalls verbessert wird die Situation von Angehörigen, die eigene Eltern oder Großeltern pflegen, ohne beruflich zurückzustecken.

Bislang hatten sie keinen höheren Erbanspruch als etwa Geschwister, die sich nicht kümmerten. Ein höherer Anspruch entstand nach altem Recht nur, wenn Angehörige entweder selber den Job kündigten oder aber ihre Stundenzahl reduzierten. Diese weltfremde Forderung entfällt. Aber: Pflegt jemand nicht die eigenen Eltern, sondern die des Partners, erwirbt er weiterhin keine Ansprüche. Nur Erben erster Ordnung (Kinder, Enkel, Urenkel) haben dieses Recht.

Geldanleger

Wird man beim Kauf von Wertpapieren falsch beraten, ist es einfacher, Schadenersatz zu bekommen. Bislang scheiterte dies meist daran, dass Fehler nicht gerichtsfest nachweisbar waren. "Wir befreien den Anleger von seiner Beweisnot, indem wir den Berater verpflichten, ein detailliertes Protokoll zu erstellen und dem Anleger auszuhändigen", sagt Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner. Auch der Anlass der Beratung muss darin festgehalten werden. Steht dort etwa "sichere Geldanlage gewünscht", kann einem der Berater keine riskanten China-Fonds andrehen. "Besonders freue ich mich, dass die Verjährung bei Falschberatung verlängert wird", sagt Aigner. Statt drei sind es jetzt wieder zehn Jahre. Auch wenn die Bank telefonisch berät, wird nachträglich ein Protokoll zugeschickt. Ist es falsch oder unvollständig, besteht ein Rücktrittsrecht innerhalb von maximal sieben Tagen. Sind die empfohlenen Papiere bis dahin im Kurs gefallen, trägt die Bank den Verlust.

Autor: Stefan Vogt