Recht
TV-Anwalt Christopher Posch

TV-Anwalt Christopher Posch / Foto: © RTL / Stefan Gregorowius

Rat von TV-Anwalt Christopher Posch

50 Gerichtsurteile, die jeder kennen sollte

  • Artikel vom 23. Oktober 2013

Urteile zu Freizeit und Urlaub

20. Normalerweise zahlt ein Reiseveranstalter keinen müden Cent, wenn Urlaub buchstäblich ins Wasser fällt. Aber es gibt eine Ausnahme: Wurde ein reiner Badeurlaub verlangt und kann man sich "eigentlich nur am Strand sinnvoll beschäftigen", hat man Anspruch auf Preisminderung (LG Frankfurt/Main, AZ: 2-24 O 66/10).

21. Autofahrer, die bei Grün in eine verstopfte Kreuzung hineinfahren, haften bei Unfällen mit. Wie ein Gericht entschied, kann ihre Mitschuld dann sogar zwei Drittel betragen. Deshalb bei verstopfter Kreuzung immer vor der Ampel stehen bleiben (OLG Karlsruhe, AZ: 1 U 66/12).

22. Jeder Tag im Urlaub ist kostbar, auch der für An- und Abreise. Entsprechend sauer war ein Ehepaar, als sein Rückflug vorverlegt wurde: Statt am Nachmittag sollten sie jetzt schon um 5.15 Uhr heimreisen. Kurzerhand buchten sie den Nachmittagsflug auf eigene Faust und verlangten das Geld hinterher vom Veranstalter zurück. Der Bundesgerichtshof gab ihnen recht: Die Vorverlegung sei wie ein Reisemangel zu werten, der zu "Selbstabhilfe" berechtige. Einzige Bedingung: Dem Veranstalter muss vorher eine Frist gesetzt werden, um den Mangel doch noch beheben zu können (BGH, AZ: X ZR 76/11).


50 Gerichtsurteile im Ueberblick

50 Gerichtsurteile, die jeder kennen sollte, Im Überblick:
(Foto: © picture alliance/chromorange)

Urteile für Käufer und Kunden

Urteile für Mieter und Eigentümer

Urteile zu Freizeit und Urlaub

Urteile für Patienten

Urteile für Renter

Urteile für Arbeitnehmer


23. Nach der Trennung von seiner Frau leidet ein Mann unter "Unruhe,Schlaflosigkeit, Angstgefühlen und niedergedrückter Stimmung". Deshalb sagt er eine noch gemeinsam gebuchte Kreuzfahrt ab. Sein Pech: Eine Reiserücktrittspolice zahlt nur bei "schwerer Erkrankung". Dazu zählen seine Symptome nicht, so das Amtsgericht München (AZ: 181 C 15698/00).

24. Bei Reisen, die eine Anreise zum Flughafen per Bahn vorsehen, haftet der Veranstalter auch für Verspätungen der Bahn. Konkret hatte eine Frau deswegen ihren Flieger in die Dominikanische Republik verpasst. Geht am selben Tag kein weiterer Flug, ist der Veranstalter verpflichtet, Kosten für eine Unterbringung im Hotel zu übernehmen, so der Bundesgerichtshof (BGH, AZ: Xa ZR 46/10).

25. Kreuzfahrten haben ungeahnte Tücken. Stürzt ein Passagier bei starkem Seegang, kann er den Veranstalter nicht dafür verantwortlich machen (LG Bremen, AZ: 7 O 124/03).

26. Wer als chronisch Kranker einen Vertrag im Fitnessstudio unterschreibt, hat kein Sonderkündigungsrecht (AG München; AZ: 213 C 22567/11).

27. Autofahrer müssen sich ganz auf den Verkehr konzentrieren. Wer stattdessen ein Navigationsgerät bedient, gefährdet den Versicherungsschutz (LG Potsdam, AZ: 6 O 32/09).

Autor: Stefan Vogt