Pflanzen
Mit getrockneten Wildkräutern lassen sich tolle Gerichte kreieren.

Mit Wildkräutern lassen sich viele köstliche Gerichte kreieren oder Speisen aufpeppen und verfeinern. - Foto © picture alliance / Arco Images

Tipps zum Sammeln und Lagern

Wildpflanzen

  • Artikel vom 07. August 2012

6. Löwenzahn

Bevorzugt sonnige Lagen. Merkmale: gezackte Blätter und gelbe Blütenköpfe, die sich nach dem Blühen in Pusteblumen verwandeln.
Sammelzeit: Blätter im Frühling und Herbst, Blüten im Frühling, Wurzel im Frühling oder Frühherbst.
Wirkung: Bekannt ist der Löwenzahn für seine blutreinigende, entgiftende Wirkung, er eignet sich daher bestens für eine "Entschlackungskur": Die Verdauungsorgane werden angeregt, Schadstoffe ausgeschieden.
Anwendung als Heilmittel: Für Entgiftungstee je 1 TL Löwenzahnwurzeln und -kraut mit ¼ l kochendem Wasser übergießen. 10 Minuten ziehen lassen.
Anwendung in der Küche: Mit pikanter Marinade bereitet ergeben die jungen Blätter einen vitaminreichen Salat.

7. Schwarzer Holunder

Schmückt sich im Frühjahr mit tellerartigen weißen Blütenständen, im Sommer mit schwarzen Fruchtrispen.
Sammelzeit: Blüten im Mai und Juni, Samen und Früchte zwischen August und September.
Wirkung: Altbewährtes Erkältungsmittel. In den Beeren stecken reichlich Vitamin C und A, in den Blüten Flavonoide und Gerbstoffe. Mit heißem Tee oder Saft soll der Infekt regelrecht ausgeschwitzt werden.
Anwendung als Heilmittel: Für Saft 1 kg reife Beeren mit der Gabel von den Rispen abstreifen und mit 200 ml Wasser weich dünsten. Durch ein Tuch abseihen und mit etwas Honig süßen. In saubere Flaschen abfüllen.

8. Sauerampfer

Liebt feuchte Wiesen und Gebüsche, lehmige, nährstoff- und stickstoffreiche Böden. Dort wächst er mit lanzettförmigen Blättern und rötlich-grünen Blüten.
Sammelzeit: Blätter zwischen Juli und September.
Wirkung: Enthält ungekocht fast so viel Vitamin C wie eine Zitrone. Dann reinigt er auch noch das Blut, entschlackt und hilft bei Verdauungsproblemen. Wichtig: Sauerampfer sparsam verwenden. Er wirkt in großen Dosen giftig.
Anwendung in der Küche: Sauerampfer lässt sich wie Spinat zubereiten und gut mit ihm mischen. Er eignet sich auch für Salate oder cremige Suppen und Soßen, wie zum Beispiel die bekannte Frankfurter Grüne Soße.

9. Schafgarbe

Wächst fast überall. Erkennbar an den zahlreichen kleinen, schirmchenbildenden Blüten und gefiederten Blättern.
Sammelzeit: Die Blätter von April bis Juni, Oktober und November, die Blüten von Juli bis September.
Wirkung: Eine Kraftpflanze, die auch "Bauchwehkraut" heißt. Ihre Bitterstoffe und ätherischen Öle lösen Krämpfe und Blähungen und helfen bei Menstruationsbeschwerden. Empfehlenswert ist zum Beispiel die Anwendung als Sitzbad.
Anwendung als Heilmittel: Für ein Sitzbad 100 g Schafgarbenkraut in 1 – 2 Liter Wasser aufkochen, 20 Minuten ziehen lassen und ins Badewasser geben.
Anwendung in der Küche: Ein schmackhaftes Würzmittel für viele Kartoffel- und Gemüsegerichte.

10. Spitzwegerich

Langstielige Wildpflanze mit ovalen Blättern und Blütendolden. Ist auf Wiesen, an Weg- und Feldrändern zu finden.
Sammelzeit: Zwischen Juni und September, die Blätter haben dann den intensivsten Geschmack.
Wirkung: Sein Cocktail an Schleim- und Gerbstoffen wirkt reizmildernd und beruhigend bei Husten, Halsweh und Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut. Zugleich wird das Wachstum von Bakterien gehemmt und so Entzündungen entgegengesteuert.
Anwendung als Heilmittel: Für Hustensaft 100 g Blätter mit 1 l siedendem Wasser übergießen, 1 Stunde zugedeckt stehen lassen. Mit 750 g Honig zu Sirup verkochen.
Anwendung in der Küche: Junge Blätter verfeinern Salate und lassen sich zu würziger Kräuterbutter verarbeiten.

11. Vogelmiere

Liebt schattige Orte. Breitet sich mit übereinanderliegenden Pflanzenstängeln und kleinen weißen Blüten auf dem Boden aus.
Sammelzeit: Das Kraut wird ganzjährig geerntet, am besten aber im Frühjahr und Sommer. Dank der anregenden Wirkung auf den Stoffwechsel eignet sich der Bodendecker prima als Stärkungsmittel für eine Frühjahrs- oder Herbstkur. Äußerlich helfen Kräuteraufgüsse und -umschläge etwa bei Ekzemen und anderen Hautproblemen.
Anwendung als Heilmittel: Für Tee 1 EL Vogelmiere mit ¼ l kochendem Wasser übergießen, 5 – 10 Min. ziehen lassen, abseihen. Zweimal täglich 1 Tasse trinken.
Anwendung in der Küche: Der Geschmack erinnert an Mais, ist leicht nussig. Ideal für Quarkgerichte oder als Pesto.

12. Waldmeister

Ist in schattigen Laubwäldern mit humusreichem Boden zu finden. Seine länglichen Blätter und kleinen weißen, sternförmigen Blüten machen es nicht schwer, ihn zu entdecken.
Sammelzeit: Von Mai bis Juni. Waldmeister enthält Cumarin, das in geringer Dosierung bei Kopfschmerzen und Migräne hilft. Die Volksmedizin schreibt ihm zudem eine krampflösende Wirkung zu und verabreicht ihn als Tee bei Schlaflosigkeit, Unruhe und Regelschmerzen.
Anwendung als Heilmittel: Baumwollsäckchen mit getrocknetem Waldmeister, Salbei und Lavendel füllen und als duftende Einschlafhilfe unters Kopfkissen legen.
Anwendung in der Küche: Waldmeister wird hauptsächlich für Getränke und Süßspeisen verwendet.

Autor: Kerstin Conrad